Die Krise hat auch die Elektroindustrie im Griff. Aufgrund ihrer breiten Aufstellung ist sie aber weniger scharf betroffen als andere Branchen. Schon das letzte Quartal 2008 verzeichnete mit minus neun Prozent einen deutlichen Umsatzrückgang, so dass der Jahresumsatz auf dem Vorjahresniveau in Höhe von 182 Milliarden Euro stagnierte. Inzwischen sind alle Größen (Umsatz, Auftragseingang, Produktion, Export, Geschäftsklima, Kapazitäts¬auslastung) auf Talfahrt, wie der Präsident des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie, Friedhelm Loh, bei der Hannover Messe sagte.
Von Januar bis Februar verringerten sich die Auftragseingänge gegenüber Vorjahr um insgesamt 37 Prozent, der Umsatz ging kräftig um 29 Prozent zurück. Besonders hart sind die automobilnahen Firmen sowie die Informations- und Kommunikationstechnik betroffen. Der Konsumgüter-Sektor ist ebenfalls rückläufig, wenngleich weniger stark. Die Medizintechnik konnte zu Jahresbeginn noch einstellige Zuwächse verbuchen.
Bislang sehen die Mitglieder des ZVEI noch keine flächendeckende Kreditklemme. Allerdings steigt die Sorge, dass sich die Finanzierungs¬bedingungen schon in nächster Zeit insbesondere auch auf der Abnehmerseite verschlechtern werden. Erfreulich ist, dass die Firmen die gute Konjunktur in den vergangenen Jahren zu einer Erhöhung des Eigenkapitals nutzten (auf durchschnittlich 35 Prozent).
Elektroindustrie hat die Lösungen für mehr Energieeffizienz
Die Elektroindustrie hat vielfältige Produkte, die helfen, Energie einzusparen. „Wir bringen die Maschinen und Motoren zum Laufen und haben die Innovationen für Energieeinsparungen“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des ZVEI, Dr. Klaus Mittelbach. Dazu gehören Haushaltsgeräte mit hoher Energieeffizienz wie Kühlschränke der Energieklasse A++, deren Kauf mit 150 Euro gefördert werden sollte.
Auch in der Industrie gäbe es die Chance, bis zu 50 Prozent und mehr an Energiekosten einzusparen durch den Einsatz bereits auf dem Markt befindlicher Geräte und Steuerungstechnik. Knapp 50 Prozent des deutschen Stromverbrauchs entfallen auf die Industrie und das Gewerbe. Der industrielle Stromverbrauch teilt sich auf in zwei Drittel für elektromotorische Antriebe und in ein Drittel für Prozesswärme. Bei den Antrieben ließen sich nach Berechnung des ZVEI 27,5 Milliarden Kilowattstunden einsparen. Das sind elf Prozent des gesamten industriellen Stromverbrauchs oder 2,2 Milliarden Euro bei den Energiekosten. Dies würde 17 Millionen Tonnen CO2 einsparen.

