ETH Spin-offs 2009

Neuer Rekord bei Firmengründungen

Thomas Meier am 14.01.2010

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Trotz Krise gründeten ETH-Absolventen 2009 mehr neue Firmen als je zuvor. (Grafik: ETH Zürich)

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Die Informatik- und Kommunkationstechnologie-Firmen waren am stärksten vertreten. (Grafik: J. Kuster / ETH Zürich)

Trotz schwieriger Wirtschaftslage haben im letzten Jahr erfreulich viele Forscherinnen und Forscher der ETH Zürich eine Firma gegründet. Nicht weniger als 24 neue Spin-offs verbucht die Hochschule 2009 – so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Vier dieser Firmen setzen auf umweltschonende Technologien.ion]

 

Die ETH Zürich blickt zurück auf ein Jahr mit vielen Firmengründungen. Die bereits sehr hohe Zahl von 23 neuen Spin-offs im Jahr 2008 wurde 2009 sogar übertroffen: Von den 24 Firmen sind zehn in der Informations- und Kommunikationstechnologie tätig, je drei in der Elektrotechnik sowie im Maschinenbau und weitere drei im Dienstleistungsbereich. Je ein Spin-off gründeten ETH-Forschende in den Bereichen neue Materialien, Biotechnologie und Pharma, Mikro- und Nanotechnologie sowie medizinische Geräte. Zu den Angeboten der neuen Spin-offs zählen unter anderem Flugroboter, Spritzen im Nanometer-Massstab oder eine Entwicklung, welche die Schmelzeigenschaften von Glacé misst.

 

Saubere Technologien im Aufwind

 

Auffällig ist, dass vier von 24 Spin-offs dem «Cleantech»-Bereich zugeordnet werden können. «Cleantech» ist die Abkürzung von «Clean Technology» und steht für Produkte, Prozesse und Dienstleistungen, welche natürliche Ressourcen schonen und negative Einflüsse auf die Umwelt reduzieren. Die vier Cleantech-Firmen kommen aus unterschiedlichen Fachbereichen. «Amphiro» entwickelt beispielsweise Software, um Energie und Wasser zu sparen und der Spin-off «Keoto» erbringt Engineering-Dienstleistungen für nachhaltiges Bauen. Die Gründer von «greenTEG» vertreiben flexible und kostengünstige thermoelektrische Geräte, die Abwärme in elektrischen Strom umwandeln. Die Geschäftsidee von «ClimeWorks» basiert auf einer Technik, die CO2 aus der Luft auffängt, speichert und an einem Ort abgibt, an dem das Gas genutzt werden kann.

 

Drängende Probleme lösen

 

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und sich verschärfenden Umweltproblemen beurteilen Beobachter «Cleantech» als Wachstumsmarkt. «Die Forschenden der ETH Zürich haben umweltschonenden Technologien grosse Beachtung geschenkt, lange bevor der Begriff Cleantech in aller Munde war», sagt Silvio Bonaccio, Leiter von ETH transfer, der Technologietransferstelle der ETH Zürich und fügt an: «Spin-offs können Lösungen entwickeln, damit unsere Art zu produzieren und zu konsumieren in den nächsten Jahren Klima und Ressourcen schonender werden kann.»

 

Hohe Preisgelder gewonnen

 

Auch unabhängige Gremien versprechen sich viel von den ETH-Spin-offs. Zahlreiche Firmengründer erhielten Förderpreise wie den ZKB Pionierpreis oder den Förderpreis der W.A. de Vigier-Stiftung. Insgesamt haben ETH-Spin-offs im letzten Jahr mehr als 1,5 Mio. Franken an nationalen Preisgeldern gewonnen. Das entspricht einer halben Million mehr als im Jahr 2008.

ETH transfer berät und unterstützt ETH-Forschende bei der Firmengründung. Erfahrene Technologietransfer-Manager helfen den Wissenschaftlern dabei, einen Businessplan zu erstellen oder passende Räumlichkeiten im Technopark oder an der ETH Zürich zu finden. Ausserdem vermitteln sie den Firmengründern den Kontakt mit Kapitalgebern und Beratern ausserhalb der ETH. In den letzten Jahren hat ETH transfer ein grosses Netzwerk zu Entscheidungsträgern und Investoren aufgebaut.ion]

 

Grösster Businessplan-Wettbewerb der Schweiz

 

Alle zwei Jahre organisiert die ETH Zürich gemeinsam mit McKinsey und neu auch der Förderagentur für Innovation des Bundes (KTI) den grössten Businessplan-Wettbewerb der Schweiz. «Venture» wurde 1998 gegründet und wird von der Schweizer Industrie finanziert. Die Ausschreibung für Venture 2010 ist im Oktober 2009 angelaufen. Die besten Geschäftsideen werden am 14. Januar in Anwesenheit von Bundespräsidentin Doris Leuthard gekürt. Der Wettbewerb geht anschliessend in die zweite Phase. Dort werden Businesspläne entwickelt, von welchen dann die besten im Mai 2010 prämiert werden.

 

www.ethz.ch

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