Unternehmensnachfolge – Teil 4 von 4

Mit Strategie zum Erfolg

Patrick Müller am 08.06.2009

750_008_57181_faus_0905_ol

Es besteht ein Trend zu einer passiven Umsetzung der Anlagestrategie.

Die persönliche Anlagestrategie für den Ertrag aus dem Unternehmensverkauf ist festgelegt. Die Anlagekategorien sind ausgewählt und deren Gewichte festgelegt. Die effiziente Umsetzung erfordert nun genauso viel Sorgfalt. Welchen Einfluss haben Managementgebühren oder Transaktionskosten, soll eine aktive oder passive Anlagestrategie gewählt werden und welche Fallstricke müssen beachtet werden? (Artikel als ePaper)

Eine zentrale Frage bei einer Anlagestrategie ist, ob diese aktiv oder passiv umgesetzt werden soll. Unter aktivem Management versteht man einerseits die bewusste Über-/Untergewichtung einzelner Anlageklassen zum strategischen Gewicht (Market Timing) und andererseits die Titelselektion (Stock-Picking). Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass Market Timing und Stock Picking sehr selten einen systematischen Mehrwert liefern. Deshalb besteht ein Trend zu einer passiven Umsetzung der Anlagestrategie beziehungsweise der Anlageklassen. Beispielsweise gibt es Fonds, die den Swiss Market Index (SMI) nachbilden. Ein solches Produkt liefert ziemlich exakt die Rendite der 20 grössten Schweizer Unternehmen. Es gibt auch Fonds, die den Aktienweltindex nachbilden. Im globalen Index haben jedoch die USA ein Gewicht von über 50%, was nicht zu einer optimalen Risikoverteilung führt. Für jede Anlageklasse sollte deshalb entschieden werden, ob eine indexierte, Index-optimierte oder aktive Umsetzung sinnvoll ist.

Kosten tief halten.

Ein zweiter Aspekt sind die Kosten. Aktives Management führt zu höheren Kosten. Nicht nur Managementgebühren, sondern auch Transaktionskosten sind wegen der Handelsaktivität höher als bei einer passiven Umsetzung. Aktive Aktienfonds schichten das Portfolio ein bis drei Mal pro Jahr um. Die Gesamtkosten eines aktiven Aktienfonds liegen bei rund 2 bis 3 Prozent. Indexierte oder Index-optimierte Fonds sind dagegen mit Kosten von 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr deutlich kostengünstiger. Drittens ist die Liquidität einer Anlage sehr wichtig. Vor jeder Investition sollte klar sein, wie man aus der Anlage wieder aussteigen kann. Im aktuellen Marktumfeld beobachtet man, dass bei diversen Instrumenten (beispielsweise Hedge Funds) die Handelbarkeit eingeschränkt wird. Der Anleger kann sein Geld nicht mehr regulär abziehen, sondern muss Restriktionen in Kauf nehmen. Viertens sollten «Black Box»-Anlagen vermieden werden. Jede Investition sollte transparent sein. Produkte, die zu komplex sind und man nicht versteht, sollten gemieden werden.

Jederzeit den Durchblick bewahren.

Die zentrale Frage ist, welche Anlageklassen aktiv und welche passiv (indexiert) umgesetzt werden. Ebenso wichtig sind die Kosten und die Liquidität (Ausstiegsmöglichkeit). Im Sinne von Warren Buffett sollte zudem jeder Investor seine Anlagen verstehen sowie Intransparenz und zu hohe Komplexität meiden. Dies war der letzte Artikel der vierteiligen Serie zur Unternehmensnachfolge, die hoffentlich einige Denkanstösse geliefert hat. Die beiden Autoren Luca Schenk und Michael Frei von OLZ & Partners Asset and Liability Management AG stehen gerne für Feedback oder Fragen zur Verfügung.

Autoren
Dr. Luca Schenk (links) und Michael Frei (rechts) sind SeniorManager bei OLZ & Partners

Infos
OLZ & Partners Asset and Liability Management AG Murten, Zürich, Schaan, Singapur, Tel. 044 563 30 80 www.olz.ch

Kommentare

Aktuelles Heft

Megalink Ausgabe 2012/01

Megalink abonnieren

Werbung

Tags

Werbung