Novartis muss einen weiteren Rückschlag auf dem britischen Markt verkraften. Das britische Gesundheitssystem erstattet seinen Patienten laut einer Entscheidung vom Donnerstag aus Kostengründen keine Behandlung mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya.
Novartis hatte Gilenya in Grossbritannien bereits mit einem Preisabschlag angeboten. Die Kostenkontrollbehörde (NICE) zweifelt trotzdem daran, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis von Gilenya günstig genug ist. Novartis kann bei der NICE jetzt neue Unterlagen einreichen. Eine endgültige Entscheidung wird für kommenden April erwartet.
Gilenya gilt als ein Hoffnungsträger des Baseler Pharmakonzerns. Die Basler erhoffen sich von dem Präparat Umsätze von nahezu 4 Mrd USD. In den ersten neun Monaten dieses Jahres erwirtschaftete Novartis 291 Mio USD mit Gilenya, nach der Marktzulassung im Jahr 2010.
Die Kosten einer Gilenya-Verschreibung werden pro Patient auf 40.000 USD jährlich geschätzt. Auch das Novartis-Augenpräparat Lucentis hatte in einer früheren Entscheidung nicht den Segen der NICE gefunden. Bis zu 1.500 USD kostet allein eine Injektion.
Novartis ist nicht der einzige Pharmahersteller, der unter den klammen öffentlichen Kassen leidet. Sparprogramme und Gesundheitsreformen belasten die einst erfolgsverwöhnte Arzneimittelhersteller. Nach Schätzungen der Schweizer Roche Holding AG wird der Gesamtumsatz der Branche in diesem Jahr stagnieren. (Dow Jones)


