Marktforscher prognostizieren, dass den FPGAs in den kommenden 4 Jahren eine enorme Wachstumswelle bevorsteht. Demnach werden FPGAs die ASICs in einigen Bereichen (zum Beispiel Kommunikation, Wehrtechnik) verdrängen, während sie in anderen Segmenten als Ergänzung zu SoCs dienen werden. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens The Linley Group dürfte der FPGA-Markt von 2,55 Mrd. US-Dollar im Jahr 2009 auf nahezu 3,5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2013 expandieren. Er wird damit die Zuwachsraten für den IC-Markt insgesamt noch übertreffen.
Obwohl man davon ausgeht, dass FPGA die ASICs und ASSPs in vielen Anwendungen weiter zurückdrängen werden, dürften ASICs in vielen stückzahlintensiven Anwendungsgebieten weiterhin eine dominierende Rolle spielen. Neben Spielprodukten, Mobiltelefonen und anderen Consumer-Produkten handelt es sich hierbei ganz besonders um jene Applikationen, in denen ein niedriger Stromverbrauch ganz oben auf der Wunschliste steht. Während die Kommunikationstechnik eines der erfolgreichsten Gebiete für FPGAs bleiben wird, dürfte der FPGA-Einsatz auch in anderen Märkten wie etwa Broadcast Video, Digitalfernsehen, Industrie, Medizin und Automatisierungstechnik gesunde Zuwachsraten verzeichnen.
Nicht nur finanzielle Vorteile. Doch auch in Märkte des Segments Wehrtechnik dringen FPGAs vor. Einige militärische Anwendungen, die einst fest in ASIC-Hand waren, wechseln jetzt besonders bei niedrigen Stückzahlen auf FPGAs, insbesondere weil diese Komponenten kosteneffektiver sind und der Designzyklus deutlich kürzer ist. FPGA-Anbieter registrieren grosse Zuwächse im Wehrtechnik-Geschäft und sehen keine Anzeichen dafür, dass sich dies ändern könnte, auch wenn die Steigerungsraten nicht gerade rekordverdächtig sind. Ausgezahlt haben sich insbesondere die Investitionen bei den strahlungsfesten FPGAs für erweiterte Temperaturbereiche und mit robusten Gehäusen.
Attraktiv an FPGAs ist offensichtlich nicht nur die Möglichkeit, die hohen Fixkosten für die ASIC-Entwicklung zu vermeiden und die Markteinführungszeit zu verkürzen, denn FPGAs bieten ausserdem immer mehr Dichte und Performance sowie weiter gehende individuelle Konfigurationsmöglichkeiten, die einige Designer ermuntern, über die Verwendung von FPGAs anstelle von ASICs nachzudenken.
FPGAs als Ergänzung. Für das Design bleiben gleichwohl viele Herausforderungen bestehen. So schließt der hohe Stromverbrauch FPGAs von einigen Anwendungen aus, obwohl sich die Situation hier schon deutlich gebessert hat. Sogar für einige mobile Applikationen kommen FPGAs mittlerweile in Frage. Geht es um die reine Performance, werden FPGAs zu einer immer stärkeren Konkurrenz für DSPs – nicht nur was die MIPS betrifft, sondern auch wegen der einfachen Programmierung, was dem Erscheinen neuer Software-Compiler zu verdanken ist.
Interessanterweise scheint sich bei vielen Designern der Einsatz von FPGAs und ASIC nicht mehr gegenseitig auszuschliessen, sondern man beginnt mehr und mehr, FPGAs als Ergänzung zu ASICs, ASSPs, DSPs und Embedded-Controllern zu betrachten – sei es als Hardwarebeschleuniger oder als leistungsstarke Recheneinheit.
Fusionstendenzen bei den Mikrocontrollern. Das Erscheinen programmierbarer System-on-Chip-Produkte (PSoC) wird als Fusion von Mikrocontrollern und FPGAs bezeichnet. Einige Bausteine der neuesten Generation verbinden ein eindrucksvolles, auf FPGA-Stufe liegendes Performance-Niveau mit den Architekturen vertrauter, bestens unterstützter Mikrocontroller vom klassischen 8051 bis zum neuesten ARM-Core. Mehrere programmierbare Blöcke und ein ausgefeiltes analoges Subsystem mit A/D-Wandlern und digitalen Filtern schaffen die Voraussetzungen für hochkarätige Datenerfassung und DSP-ähnliche Signalverarbeitung.
Parallel dazu wird die Einschätzung vertreten, dass jegliche Art von Komponenten mit konfigurierbaren oder programmierbaren analogen Elementen in der heutigen Mixed-Signal-Umgebung Erfolg haben wird. Die Designer sind hier sehr aufgeschlossen, ob es sich nun um funktions oder applikationsspezifische Analog-ICs oder Cores, programmierbare analoge Arrays, universell programmierbare analoge Blöcke in einem FPGA oder ein konfigurierbares Array analoger Komponenten handelt, das fest an ein Array digitaler Blöcke und den Mikrocontroller-Core eines SoC angebunden ist.

