Fotovoltaik und Asiengeschäft beflügeln Schaffner im ersten Halbjahr 2009/10

Die Schaffner Gruppe steigerte den Nettoumsatz

Thomas Meier am 21.05.2010

Die Schaffner Gruppe steigerte im ersten Halbjahr 2009/10 den Nettoumsatz gegenüber dem konjunkturbedingt unbefriedigenden Vorjahr um 17,7 Prozent, in Lokalwährungen 22,2 Prozent. Mit CHF 84,6 Mio. (HJ1 2008/09 CHF 71,9 Mio.) wurde beinahe das Umsatzniveau des Vergleichszeitraums im sehr guten Geschäftsjahr 2007/08 erreicht. Das operative Ergebnis verbesserte sich auf CHF 5,6 Mio. (CHF –7,1 Mio.), die EBIT–Marge auf 6,6 Prozent und das Unternehmensergebnis auf CHF 3,8 Mio. (CHF –8,8 Mio.), was CHF 5.94 (CHF –14.68) je Aktie (EPS) entspricht.

 

Das positive Halbjahresergebnis ist auf die im Vorjahr umgesetzten Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen sowie die deutliche Zunahme des Umsatzes zurückzuführen. Insgesamt verzeichnete die Schaffner Gruppe einen Auftragseingang von CHF 98,3 Mio. (CHF 69,3 Mio.), der markant um 41,8 Prozent über dem tiefen Vorjahreswert lag. Das Verhältnis neuer Aufträge zum Umsatz belief sich im ersten Halbjahr auf 1,16. Aufgrund der deutlichen Umsatzsteigerung nahm das Nettoumlaufvermögen auf CHF 34,8 Mio. (30.9.2009: CHF 30,7 Mio.) zu, was zu einem Free Cash-flow von CHF –2,7 Mio. (CHF 7,1 Mio.) führte.

 

Dynamische Entwicklung in Wachstumsmärkten. Im ersten Halbjahr 2009/10 verzeichnete die Schaffner Gruppe mit einer Zunahme um

65 Prozent wiederum das stärkste Wachstum in der Region Asien/Pazifik. Die Verkäufe in China konnten um 44 Prozent gesteigert werden und entsprachen 19 Prozent des Gruppenumsatzes. Europa steuerte 61 Prozent (68%) zum Umsatz bei. Aus der Region Asien/Pazifik stammten 32 Prozent (23%) und aus den amerikanischen Märkten 7 Prozent (9%).

Die Schaffner Gruppe berichtet im ersten Halbjahr 2009/10 erstmals in den drei Geschäftssegmenten Elektromagnetische Verträglichkeit (EMC), Power Quality (PQ) und Automotive (AM). Alle Geschäftsbereiche haben zum erfreulichen Semesterergebnis beigetragen.

EMC erzielte mit Komponenten zur Sicherstellung der elektromagnetischen Verträglichkeit von elektrischen und elektronischen Geräten und Systemen einen Segmentumsatz von CHF 49,7 Mio. (HJ1 2008/09: CHF 47,0 Mio.). EMC verzeichnete einen regelrechten Auftragsboom aus der Solarwechselrichterindustrie aufgrund sehr hoher Investitionen in Solarstromanlagen in Deutschland, bevor dort am 1. Juli 2010 die Einspeisevergütungen deutlich gesenkt werden. Die traditionellen europäischen EMC-Märkte Werkzeugmaschinen und Robotik sowie die Telekomindustrie verharrten weiterhin auf tiefem Niveau. EMC steuerte im ersten Halbjahr 59 Prozent zum Gruppenumsatz bei.

PQ entwickelt und produziert magnetische Bauteile sowie Oberwellenfilter zur Sicherstellung der Netzqualität und der Zuverlässigkeit energieeffizienter Geräte und Systeme. Der Segmentumsatz lag mit CHF 26,9 Mio. (CHF 22,0 Mio.) 22 Prozent über dem Vorjahr. Der,grösste Anteil am Segmentwachstum von PQ stammte aus dem Markt Asien/Pazifik, namentlich aus den Bereichen Bahntechnik, Fotovoltaik und Windturbinenbau. Auch der wachsende Markt für Oberwellenfilter für die störungsfreie Stromversorgung in Gebäuden und Infrastruktureinrichtungen entwickelte sich erfreulich. Der Anteil von PQ am Gruppenumsatz betrug 32 Prozent.

AM entwickelt und produziert Komponenten für Sicherheits- und Komfortfunktionen von Automobilen sowie EMC-Filter für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Der Bereich Automotive steigerte den Segmentumsatz gegenüber der tiefen Basis des Vorjahrs um 175 Prozent auf CHF 8,1 Mio. (CHF 2,9 Mio.). Das Segmentergebnis betrug CHF 0,9 Mio. (CHF –0,9 Mio.)

und die Marge 10,9 Prozent. Zum Wachstumssprung im Geschäftsbereich Automotive trugen die allgemeine Markterholung sowie neu gewonnene Projekte für Automobilhersteller in Asien und Europa bei, deren Produktion im ersten Halbjahr angelaufen ist. Ein weiteres Projekt für EMC-Filter zum Einsatz in Hybrid- und Elektrofahrzeugen wurde im ersten Halbjahr gewonnen und wird den Segmentumsatz mittelfristig positiv beeinflussen. Aus dem Segment AM stammten 9 Prozent des Gruppenumsatzes.

 

Solide Finanzierungsstruktur. Die Schaffner Gruppe verfügt über eine solide Bilanz. Die Wandelanleihe (2,25% Convertible Bonds 2004–2010) wurde am 28. Januar 2010 gemäss den Bedingungen des Emissionsprospekts abgelöst, und mit den vier Hausbanken ist die Anschlussfinanzierung mit einem festen Kreditrahmen über CHF 40 Mio. sichergestellt worden. Aufgrund der deutlichen Umsatzsteigerung nahm das Nettoumlaufvermögen auf CHF 34,8 Mio. (30.9.2009: CHF 30,7 Mio.) zu. Der Anstieg der Nettoverschuldung auf CHF 13,8 Mio. (CHF 11,9 Mio.) ist hauptsächlich auf die Erhöhung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen; das Verhältnis der Nettoverschuldung zum Eigenkapital entsprach 27 Prozent (25%). Mit einer Erhöhung des Eigenkapitals auf CHF 51,0 Mio. (CHF 47,3 Mio.) wurde die Eigenkapitalquote per Ende März weiter gesteigert auf 41,3 Prozent (37,3%).

 

Ausblick. Die Nachfrage nach EMC- und Power-Quality-Lösungen im Binnenmarkt Chinas, insbesondere aus den Bereichen erneuerbare Energien und Bahntechnik, ist weiterhin gross. So wurde Schaffner zum Beispiel von Siemens auch mit der Lieferung der zweiten Tranche von Transformatoren und Drosseln zum Bau von Hochgeschwindigkeitszügen der chinesischen Staatsbahn beauftragt. Auch die Verkäufe in der Automobilindustrie entwickeln sich erfreulich. Hingegen sind die Aussichten für EMC-Filter für den Bereich Fotovoltaik aufgrund der per 1. Juli 2010 beschlossenen Absenkung der Einspeisevergütungen für Solarstrom in Deutschland ungewiss. Das Management der Schaffner Gruppe erwartet in diesem Umfeld, dass sich Umsatz und Ergebnis im zweiten Halbjahr vergleichbar mit dem ersten Semester entwickeln werden, was einen Umsatz im Geschäftsjahr 2009/10 von CHF 160 bis CHF 180 Mio. und eine EBIT-Marge zwischen 5 und 7 Prozent ermöglichen würde.

 

www.schaffner.ch

Kommentare

Aktuelles Heft

Werbung

Werbung