Der schnellste Rechner Europas steht in Jülich

Thomas Meier am 03.06.2009

Wie Welt Online berichtet ist der Superrechner Jugene in Jülich eingeweiht worden.   Eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde, sechs Petabyte Festplattenspeicher, 72.000 Prozessoren – die Spezifikationen des Supercomputers Jugene sind gewaltig. Jetzt ist der schnellste Rechner Europas in Jülich eingeweiht worden. Er könnte die Wissenschaft grundlegend verändern.

 

Der schnellste Computer Europas ist bei einem Festakt im Forschungszentrum Jülich eingeweiht worden. Zusammen mit zwei weiteren Höchstleistungsrechnern wird Jugene in dem Supercomputing Centre ab sofort für komplizierte naturwissenschaftliche Problemstellungen und Simulationen eingesetzt. Laut Zentrums-Direktor Thomas Lippert kann der Petaflop-Rechner eine Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde ausführen.

 

Jugene wird von Forschern aller Fachrichtungen genutzt – beispielsweise um zu erforschen, wie sich das Klima wandelt oder sich Schadstoffe in Boden und Grundwasser ausbreiten. Zusammen mit den anderen Supercomputern in Jülich hat er Zugriff auf rund sechs Petabyte Festplattenspeicher. Dies entspricht dem Speicherplatz von mehr als einer Million DVDs. Die rund 72.000 Prozessoren des neuen Höchstleistungsrechners finden dem Forschungszentrum zufolge in 72 wassergekühlten Schränken Platz. Der Arbeitsspeicher beläuft sich auf rund 144 Terabyte.

 

In der weltweiten Rangliste zählt Jugene laut Hersteller IBM nach jetzigem Stand zu den fünf schnellsten Systemen. Um annähernd an die Leistung von Jugene heranzukommen, müssten eine Milliarde Menschen pro Sekunde jeweils eine Million Berechnungen mit dem Taschenrechner durchführen, erklärt das IT-Unternehmen.

 

„Mit der Anschaffung von Jugene belegt Deutschland seinen Führungsanspruch im Supercomputing“, sagte Forschungsministerin Annette Schavan. Die drei nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Stuttgart, Garching und Jülich stimmten sich innerhalb Deutschlands ab, um wissenschaftlichen Anwendern durch Hardware, Software und Support ein optimales Forschungsumfeld zu bieten. Finanziert wurde Jugene von Bund und Land.

 

 

Vor einiger Zeit berichtete heise online über eine andere Seite von Super-Computern:

 

Klimavorhersage-Supercomputer ein Klima-Sünder?

Der britische Wetterdienst, das Met Office, wird im Laufe des Jahres einen neuen Supercomputer von IBM für 33 Millionen Pfund kaufen und in Betrieb nehmen, um die Wetter- und Klimavoraussagen zu verbessern. Der neue Supercomputer mit einer Leistung von 125 TeraFLOPS, einem Arbeitsspeicher von 20 Terabyte und einem Speicher von 500 Terabyte, soll der zweitschnellste in Großbritannien werden und sich weltweit unter den ersten 20 befinden. Ab 2011 soll dann die Leistung 1 PetaFLOPS erreichen.

 

Allerdings frisst der Supercomputer eine ganze Menge an Energie, um die Entwicklung des Klimas vorauszuberechnen, wodurch er auch einen Beitrag zur Klimaerwärmung leistet. Wie Dave Britton, der Sprecher des Met Office, sagt, wird der Supercomputer jährlich 14.400 Tonnen CO2 emittieren, so viel wie 2400 Wohnhäuser, die durchschnittlich jeweils 6 Tonnen erzeugen.

 

Die britische Times bemerkt ironisch, dass das Met erst vor kurzem davor gewarnt habe, dass die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um 5,5 bis 7 Grad Celsius steigen könnten, wenn nicht die CO2-Emissionen bedeutsam reduziert werden. "Beim Kauf des neuen Supercomputers", so die Times, "hat das Met Office jedoch beschlossen, die eigenen Warnungen nicht zu befolgen."

 

Alan Dickinson, Direktor für Wissenschaft und Technik beim Met Office, räumt ein, dass beim Betrieb von Supercomputern große Mengen an Energie gebraucht werden und dass die Berechnungen für die Wetter- und Klimavorhersage einen Einfluss auf die Umwelt haben: "Wir werden Maßnahmen ergreifen", verspricht er, "um diesen Einfluss zu minimieren." Allerdings weist er darauf hin, dass aufgrund der Ergebnisse des Supercomputers mehr CO2-Emissionen eingespart als verursacht würden. Da man die Folgen der Klimaerwärmung genauer vorhersagen könne, würden auch Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel schneller erfolgen, was letztlich nach seiner Ansicht zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen führe. Allein durch die Wetterberichte könnten in der europäischen Luftfahrt drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

 

 

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Kommentare

Dennis Härtig Mittwoch, 03.06.2009

Klassisches Zitat des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer - trifft hier wie die Faust aufs Auge: «Wat schert mich mein Jeschwätz von jestern?» ... Nichts für ungut, liebes Met Office ...

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