Unternehmensnachfolge – Teil 3 von 4

Der Lohn der Mühe

Patrick Müller am 06.05.2009

Geld anlegen will gelernt sein.

Nicht immer entwickeln sich die Kurse steil nach oben. Doch eine durchdachte Anlagestrategie erhöht die Gewinnchancen.

Sie haben Ihr Unternehmen nach sorgfältiger Vorbereitung und intensiven Verhandlungen in gute Hände verkauft. Der Fortbestand des Unternehmens ist sichergestellt. Nun stehen Sie aber bereits vor der nächsten Herausforderung. Wie soll der Verkaufsertrag am besten angelegt werden? Dabei spielen die Liquiditätsplanung, Risikobereitschaft und die Generationenfrage eine entscheidende Rolle. (Artikel als ePaper)

Aus einem erfolgreichen Unternehmensverkauf entsteht meist ein bedeutender Geldbetrag. Der Unternehmer hat nun nicht mehr eine Unternehmensstrategie, sondern eine Anlagestrategie für sein Vermögen festzulegen. Auch bei der Auswahl und Gewichtung der verschiedenen Anlagekategorien (zum Beispiel Obligationen, Aktien oder alternative Anlagen) steht strategisches Denken im Vordergrund. Es gilt die Grundfrage zu beantworten, wie viel Schwankungsrisiko man nehmen kann und will. Denn die strategische Vermögensaufteilung bestimmt die künftige Schwankungsbandbreite des Vermögens und das langfristige Renditepotenzial.

Wieviel Risiko eingehen?

Für die Festlegung einer risikogerechten und zielkonformen Anlagestrategie sind eine Analyse der finanziellen Situation und eine persönliche Risikoanalyse notwendig. Ein wichtiger Faktor ist die Liquiditätsplanung. Der Unternehmer und seine Familie sollten sich Gedanken über die künftigen Lebenshaltungskosten und ausserordentlichen Ausgaben machen. Neben den Liquiditätsbedürfnissen werden zudem Anlagehorizont sowie Höhe und Struktur des Vermögens zur Bewertung der Risikofähigkeit herangezogen. Noch wichtiger ist aber die Beurteilung der subjektiven Risikotoleranz. Der Anleger muss sich bewusst sein, dass eine höhere Rendite in der Regel auch ein höheres Risiko bedeutet. Es gilt die persönliche Limite für das Schwankungsrisiko zu finden. Wenn die Anlagestrategie optimal auf Risikobereitschaft/-fähigkeit abgestimmt ist, kann auch ein schlechtes Börsenjahr überstanden werden.

Erbstreitigkeiten vermeiden.

Ein Vermögen, das zudem über mehrere Generationen erhalten und genutzt werden soll, ist entsprechend zu strukturieren. Der Unternehmer sollte sich über den Kreis der Berechtigten und die Höhe der Ausschüttungen Gedanken machen. Eine bewusste Vermögensstrukturierung schafft Sicherheit und ermöglicht eine Planung über künftige Generationen hinweg. Erbstreitig- keiten und unkontrollierte Kapitalverluste können dadurch vermieden werden. Der nächste Schritt ist die Umsetzung der Anlagestrategie. Dazu mehr im nächsten Artikel.

Autoren
Dr. Luca Schenk und Michael Frei sind SeniorManager bei OLZ & Partners

Infos
OLZ & Partners Asset and Liability Management AG Murten, Zürich, Schaan, Singapur, Tel. 044 563 30 80 www.olz.ch

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