Weltgrösster Chemiekonzern

BASF gibt Gas

Ralf Mayer am 30.11.2011

Der Chemiekonzern BASF stellt die Weichen für 2020 und treibt den Ausbau des Geschäfts trotz Finanzkrise mit Vollgas voran. Die Latte bei Umsatz und Ergebnis legte der Konzern am Dienstag erneut höher.

Von Heide Oberhauser-Aslan/Dow Jones Newswires

Der neue Vorstandsvorsitzende Kurt Bock setzt dabei nicht auf einen radikalen Wechsel in der Konzernstrategie sondern vor allem auf die bewährten Stärken des Konzerns. Vor allem in den Wachstumsmärkten will Bock das Geschäft in den kommenden Jahren kräftig ausbauen. 2020 soll der Umsatzanteil der heutigen Schwellenländer bei 45% liegen. Zum Vergleich: 2010 lag der Anteil bei 34%.  Profitabel wachsen will das Unternehmen sowohl organisch als auch mit Zukäufen. Bis 2020 will der weltgrösste Chemiekonzern das EBITDA (operativer Gewinn) gegenüber 2010 auf rund 23 Mrd EUR verdoppeln, der Umsatz soll bis 2020 auf rund 115 Mrd EUR steigen, kündigte Bock am Dienstag in Ludwigshafen an. 2015 soll das EBITDA schon 15 Mrd EUR erreichen, und die Erlöse sollen auf 85 Mrd EUR steigen.
Damit hebt der Konzern sein bisheriges Erlösziel an. Bisher galt das Ziel, bis 2020 mehr als 90 Mrd EUR Umsatz zu erreichen, ein EBITDA-Ziel hatte BASF bislang nicht. 2010 hatte BASF Erlöse von 63,9 Mrd EUR und ein EBITDA von 11,1 Mrd EUR erzielt.
Den grössten Umsatzanteil mit rund 53 Mrd EUR soll 2020 weiterhin Europa erbringen. Dabei setzt das Unternehmen eine jährliche Wachstumsrate von etwa 4,5% voraus. Die größeren Zuwächse sollen aber mit jährlich 8% aus den Regionen Asien/Pazifik und Südamerika/Afrika/Mittlerer Osten kommen. In Nordamerika kalkuliert BASF mit einem jährlichen Erlöswachstum von 5,5%.
BASF geht davon aus, dass die weltweite Chemieproduktion bis 2020 schneller wächst als das globale Bruttoinlandsprodukt mit durchschnittlich 3%. Das Wachstum der Chemieproduktion soll durchschnittlich 4% pro Jahr erreichen. BASF selbst will noch zwei Prozentpunkte schneller wachsen und damit ein Umsatzplus von durchschnittlich 6% pro Jahr bis 2020 erzielen. Dabei will der Konzern in den kommenden Jahren eine Prämie auf die Kapitalkosten von durchschnittlich mindestens 2,5 Mrd EUR pro Jahr verdienen.

Höherwertige Produkte, kundennahe Geschäftsfelder
Die anspruchsvollen Finanzziele sollen mit neuen, höherwertigen Produkten, Materialien und Lösungen erzielt werden. Als Beispiel nennt das Unternehmen Lithium-Ionen-Batterien für Elektromobilität. Auch die Effizienz soll weiter gesteigert werden. Das Portfolio will BASF in Richtung kundennaher Geschäftsfelder ausbauen. Dabei sollen 30 Mrd EUR des Umsatzes und 7 Mrd EUR des EBITDA im Jahr 2020 von Innovationen stammen, die weniger als 10 Jahre am Markt sind. Dabei will der Konzern künftig den Fokus auch auf mehr Nachhaltigkeit richten. Nachhaltigkeit und Innovation würden entscheidende Haupttreiber sein, sagte Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel.
Eine wichtige Rolle soll im Portfolio nach wie vor auch die Öl- und Gassparte spielen. In den Wachstumsmärkten will BASF das Geschäft zudem ausbauen. Für 2020 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzanteil der heutigen Schwellenländer von 45%. In den vergangenen 10 Jahren sei der Umsatz in den Schwellenländern fast verdreifacht worden, erklärte Vorstandsvorsitzender Kurt Bock. Mit hohen Investitionen will BASF das Wachstum vorantreiben. Zwischen 2011 und 2020 will BASF 30 Mrd bis 35 Mrd EUR in Sachanlagen stecken. Mehr als ein Drittel davon soll in Schwellenländern investiert werden.

Effizienz steigern
Das Augenmerk will BASF auch künftig auf eine nachhaltige Reduzierung der Kostenbasis richten. Zur Stärkung der Ertragskraft soll ein neues Sparprogramm aufgelegt werden. Mit dem neuen strategischen "Exzellenzprogramm STEP" will der Konzern bis Ende 2015 rund 1 Mrd EUR Ergebnisbeitrag erzielen.
Das neue Programm folgt auf das 2008 gestartete Effizienzsteigerungsprogramm NEXT, mit dem der Konzern ab 2012 das Ergebnis um mehr als 1 Mrd EUR steigern will. Zur aktuellen Geschäftslage sagte Bock lediglich, das Unternehmen sehe keine Veränderungen gegenüber den vergangenen Wochen. 

Kommentare

Aktuelles Heft

Werbung

Werbung