Embedded Computing Conference 2011 am 30. August in Winterthur

Alles ist embedded

Patrick Müller am 23.08.2011

Die Embedded Computing Conference bietet einen effizienten Mix aus Fachvorträgen und Tischmesse.

Die Embedded-Experten stehen an der Tischmesse Red und Antwort.

In der Eulachstadt trifft sich auch dieses Jahr wieder die Embedded-Computing-Branche. Die Embedded Computing Conference ist die grösste Schweizer Plattform für den Austausch aktuellster Informationen und Entwicklungen unter Branchenfachleuten.

Bereits zum vierten Mal lädt die Embedded Computing Conference Fachleute aus der Welt der Embedded Systems nach Winterthur ein. In der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW präsentieren am 30. August 2011 ab 8.30 Uhr namenhafte Unternehmen und Forschungsinstitute Neuigkeiten und Trends. Die Themenwahl ist vielfältig: Sie reicht von drahtloser Datenübertragung, über Embedded Security bis hin zu Entwicklungsumgebungen und Betriebssystemen. Wie im Vorjahr macht es ein Mix aus Ausstellung und Fachvorträgen den Besuchern leicht, sich auf den neuesten Stand zu bringen. «Research: The Art of Predicting and Shaping the Future» lautet der Titel des Eröffnungsreferats von Dr. Martin Schmatz. Der IBM- Research-Experte zeigt auf, wie sein Unternehmen mit strukturierten Trendanalysen etliche Jahre in die technologische Zukunft blickt. Insgesamt 32 Fachvorträge folgen im Anschluss. Sie sind thematisch in vier Streams zusammengefasst. Drei jeweils 1½-stündige Vortragsreihen in jedem Stream lassen noch genügend Zeit für den direkten Austausch mit Entwicklern, Wissenschaftlern und Herstellern.

Energieeffiziente und flexible Hardware. Ein kritischer Punkt bei der Entwicklung von Funksystemen ist ihr Energiemanagement. Da sich die Leistungsaufnahme dieser Systeme sehr dynamisch ändert, sind statische Messverfahren und Datenblätter für eine präzise Dimensionierung nur bedingt geeignet. Abhilash Kizhakenath von der ZHAW präsentiert dynamische Methoden zur Energiemessung, die eine optimale Auslegung energieeffizienter Funksysteme erlauben. Ebenfalls an der ZHAW forscht Michael Würth. Er präsentiert den batterielosen Betrieb eines 32-Bit Low-Power Mikrocontroller der Firma Energy Micro. Der Controller wird nur über ein RFID Gen2 Tag mit Energie versorgt und bietet so eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten, etwa im Sensorbereich. Ein weiterer von insgesamt neun Vorträgen aus Stream eins vergleicht kompakte Open-Source-Mikrocontroller. An der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW wurden die Controller auf Ausgereiftheit, Funktionsumfang und Handhabung untersuchte. Referent Michael Roth geht in seinem Vortrag zudem auf Fragen der Lizenzierung und des Patentrechts ein.

Vom Entwicklungsmanagement bis zum Touchscreen. Der Ablauf des Entwicklungsprozesses einer Software hat entscheidenden Einfluss auf deren Qualität, Kosten und Entwicklungsdauer. Urs Böhm von Noser Engineering stellt verschiedene Entwicklungsmodelle vor und zeigt, dass nicht jeder Fehler selber gemacht werden muss, um daraus zu lernen. Zum Vermeiden unnötiger Fehler gibt der Projektleiter, Berater und Entwickler praktische Tipps und Tricks fürs Projektmanagement weiter. Das Thema Qualitätssicherung greift auch Michel Estermann von bbv Software Services auf. Er erläutert, warum sich Quality Driven Design (QDD) auch für bereits existierende «Brownfield» Projekte lohnt.

Hacker-Schutz für Geräte im Energiebereich wird mit der vermehrten dezentralen Einspeisung erneuerbarer Energien und der Verbreitung von Elektromobilität immer wichtiger. Dieter M. Arnold von Albis Technologies präsentiert exemplarisch, wie Crypto-Chips dazu beitragen, eingebettete Systeme sicher zu machen. In einem weiteren Vortrag des vielfältigen zweiten Streams demonstriert Andreas Raabe von Altrac Möglichkeiten und Herausforderungen beim Einsatz von Touchscreens in der Industrie.

Leistungsstarke Software auf dem passenden Betriebssystem. Obwohl sich objektorientierte Programmiersprachen grosser Beliebtheit erfreuen, sind sie im IEC61508-Standard zur Entwicklung sicherheitskritischer Systeme nicht vorgesehen. Im Rahmen einer Revision des Standards wird der Einsatz objektorientierter Programmierung intensiv diskutiert. Christoph Schmitz von Zühlke Engineering liefert wichtige Argumente zur Diskussion und zeigt, wie diese Programmiersprachen auch in sicherheitskritischen Anwendungen eingesetzt werden können. Im dritten Stream werden zudem verschiedene Betriebssysteme vorgestellt. Tobias Klauser von der ZHAW präsentiert verschiedene Varianten der Verwendung von Linux auf dem Nios-II-Softcore-Prozessor in Altera FPGAs. Dessen Praxistauglichkeit demonstriert er anhand eines mit dem Betriebssystem realisierten Industrieprojekts. Die Berner Fachhochschule hat unterschiedliche Betriebssysteme einem Vergleich unterzogen. In seinem Vortrag stellt Tim Wacher das kommerzielle Echtzeitbetriebssystem uC/OS-III dem unter einer LGPL-Lizenz erhältlichen FreeRTOS gegenüber.

Entwickeln in der geeigneten Umgebung. Neue Embedded Systems müssen immer komplexere Funktionen zuverlässig ausführen. Gleichzeit wächst der Wunsch nach hoher Anpassungsfähigkeit an Kundenwünsche und kurzer Markteinführungszeit bei reduzierten Entwicklungskosten. In ihrem Vortrag zeigen Stephan Ahrends und Christian Noser von National Instruments, wie hybride Designs mit einer integrierten Hardware- und Software-Tool-Chain produziert werden, um Kostenvorteile zu erzielen. Auf die vereinfachte Erstellung heterogener Embedded Systems geht auch Dr. Mohamed Anas von Mathworks ein. Anhand von Beispielen realer Systeme erläutert er Modell-basierte Entwicklungsmethoden und gibt einen Überblick über grafische Entwicklungstools. Um grafische Programmierung geht es ebenfalls in Marco Schmids Präsentation. Der Geschäftsleiter der Schmid Elektronik AG zeigt, wie mit LabView auf Mikroprozessoren schnell und funktionell in einer domänenspezifischen Sprache der nächsten Generation programmiert wird. In seinem Erfahrungsbericht werden neue Möglichkeiten der grafischen Embedded-Programmierung sowie deren Grenzen aufgezeigt.

Das Wichtigste in Kürze

Datum: 30. August 2011
Öffnungszeit:    8.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Ort:      ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften
            St.-Georgen-Platz 2, 8401 Winterthur (Klicken für Karte)
Anmeldung:      www.embeddedcomputingconference.ch

Aussteller

Albis Technologies AG, Zürich
ALTRAC AG A Member of Fortec Group, Dietikon
Arendi AG, Hombrechtikon
AVNET EMG Silica, Langenthal
bbv Software Services AG, Luzern
CSA Engineering AG, Solothurn
Elma Electronic AG, Wetzikon
Enclustra GmbH, Zürich
EVOCEAN GmbH, Rotkreuz
Fabrimex Systems AG, Schwerzenbach
Glyn GmbH & CO. KG, Esslingen
Ineltro AG, Regensdorf
INHELDER GmbH, Dachsen
Kontron AG, Eching
MathWorks GmbH, Bern
National Instruments Switzerland Corp. Austin,  Zweigniederlassung Ennetbaden
Neratec Solutions AG, Bubikon
Noser Engineering AG, Winterthur
Schmid Elektronik/Engineering AG, Münchwilen
Simpex Electronic AG, Wetzikon
Trenew Electronic AG, Rüti
Triadem Solutions AG, Biel
Zühlke Engineering AG, Schlieren
Berner Fachhochschule, Burgdorf
FHNW-Fachhochschule Nordwestschweiz,
Hochschule für Technik, Windisch
Hochschule Luzern T&A CC Electronics, Horw
SUPSI, Manno
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Winterthur

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