Kein Generationenwechsel bei Familienunternehmen

Patrick Müller am 25. 2. 2009

Fast jeder 3. Arbeitnehmer und jeder 4.Unternehmer ist von der Nachfolgethematik betroffen

Beim Generationenwechsel kommt es immer öfter zu externen Lösungen.

Die Zahl der anstehenden Unternehmensnachfolgen wird in den kommenden fünf Jahren deutlich ansteigen; fast jeder dritte Arbeitnehmer und jedes vierte Unternehmen in der Schweiz sind aktuell davon betroffen, zeigt eine Studie der Universität St. Gallen und der Credit Suisse. Beim Generationenwechsel ist in der Schweiz eine Verlagerung weg von der familieninternen hin zur familienexternen Unternehmensnachfolge festzustellen. Damit sind nebst rationalen und monetären Überlegungen auch die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, Sorgen um die Überlebens- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und den Erhalt der Arbeitsplätze sowie die Sicherstellung der persönlichen Altersvorsorge der Unternehmerinnen und Unternehmer verbunden.

Unternehmensnachfolge als strategische Herausforderung

In den kommenden fünf Jahren haben knapp 26 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz einen Generationenwechsel vor sich. Dies hat eine repräsentative Studie der Credit Suisse und des Center for Family Business der Universität St.Gallen ergeben. Noch im Januar 2005 lag diese Quote bei einem Wert von 18,5 Prozent. Das heisst, dass wesentlich mehr Schweizer Unternehmen und Beschäftigte direkt von einer Nachfolge betroffen sein werden. Auffällig ist, dass die Verunsicherung über die eigene Unternehmensnachfolge in den vergangenen drei Jahren abgenommen hat. Ursachen dafür könnten die erhöhte Sensibilisierung für das Thema und die mittlerweile gewonnene Planungssicherheit bei Steuerfragen sein. Die Unternehmensnachfolge stellt eine wichtige strategische Herausforderung dar. Als solche wird sie jedoch zu selten gesehen: Die Hälfte der Unternehmer gaben an, “keine explizite Strategie” festgelegt zu haben. Der Anteil von Kleinstunternehmen ist dabei mit 68% wesentlich höher als der von Grossunternehmen.

Externe Unternehmensnachfolgen nehmen zu

Die Studie zeigt, dass die Bedeutung der familieninternen Unternehmensnachfolge weiter abnimmt. Während vor vier Jahren noch rund 60 Prozent angaben, das Unternehmen innerhalb der eigenen Familie weitergeben zu wollen, sind es heute nur noch knapp 40 Prozent. Etwa die Hälfte der Befragten strebt eine familienexterne Lösung an, der Rest ist bei der Frage noch unsicher. Innerhalb der familienexternen Nachfolge hat die Bedeutung des Verkaufs an Mitarbeitende weiter zugenommen. Dieser Anteil liegt heute bei 52 Prozent aller Fälle.

Frühzeitige Suche nach einem Nachfolger

“Ich war erstaunt, als man mir sagte, der ganze Prozess gehe sicherlich fünf bis sieben Jahre. Ich ging von zwei Jahren aus”. Dieses Zitat eines Unternehmers stammt aus einem der zusätzlich zur Untersuchung durchgeführten Interviews und bringt ein Hauptproblem auf den Punkt: Insbesondere für Kleinst- und Kleinunternehmen ist es oft schwierig, den geeigneten Nachfolger oder die geeignete Nachfolgerin zu finden. Bei der familienexternen Nachfolge wird diese Frage denn auch als das grösste Problem eingestuft. Dabei sollte der Nachfolger neben den Fähigkeiten und Kompetenzen auch den Willen haben, das übernommene Unternehmen in eine lohnende Zukunft zu führen. Ist der Nachfolger einmal identifiziert, ist die Unternehmensnachfolge aber noch nicht gelöst. Es folgen Fragen der Unternehmensbewertung und der Finanzierung, welche als zweitwichtigste Probleme bezeichnet werden.

Persönliche Vorsorge als Stolperstein

Für viele Unternehmer ist der Verkauf des Unternehmens der einzige Weg, ihre Altersvorsorge zu sichern. Die Umfrage zeigt, dass viele Unternehmer die eigene Vorsorge noch nicht gesichert haben, besonders die von kleinen Unternehmen. Je kleiner das Unternehmen, desto häufiger hat dessen Besitzerin oder Besitzer die Planung der eigenen Vorsorge vernachlässigt. So sagen 63 Prozent der Befragten in Kleinstunternehmen, dass sie hierzu noch keine Massnahmen getroffen hätten.

Emotionale Beweggründe überwiegen finanzielle Gewinnaussichten

Auch wenn die Vorsorgesituationen von Unternehmern vor der Übergabe ihrer Unternehmen zum Teil als durchaus prekär bezeichnet werden muss, die persönliche Bereicherung (oder die finanzielle Kompensation der über die Jahre investierten Energie) steht für die Übergebenden selten im Vordergrund. Die Hauptziele beim Verkauf sind viel mehr „Fortbestand des Unternehmens“ und das „Sichern von Arbeitsplätzen“. Mit diesen Zielen im Visier verzichten Übergeber erstaunlich oft auf Teile einer finanziellen Abgeltung und kommen damit den Übernehmern wesentlich entgegen. Dies bedeutet gleichzeitig, dass das erfolgreiche Fortführen des eigenen Lebenswerkes einen zentralen emotionalen Wert darstellt, der nicht mit Geld aufgewogen wird.

Studie Erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Credit-Suisse Seite rund um die Unternehmensnachfolge

Universität St. Gallen

Megalink Serie Unternehmensnachfolge

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Kommentare

2 Kommentare zu “Kein Generationenwechsel bei Familienunternehmen”
Technica » Blog Archive » In Krisenzeiten in die Zukunft schauen 26.2.2009 14:23 Uhr

[...] Kein Generationenwechsel bei Familienunternehmen (Megalink) [...]

Unternehmen reibungslos in neue Hände weitergeben - Megalink - Automation und Elektronik 6.5.2009 11:31 Uhr

[...] Kein Generationenwechsel bei Familienunternehmen [...]

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